Dach & Ausrichtung, Eigenverbrauch gegen Einspeisung, Zähler und Steuer – verständlich erklärt, damit du siehst, ob und wie sich PV für dich rechnet.
Kurz: Eine Solaranlage lohnt sich heute vor allem über den Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom für rund 30 ct. Was übrig bleibt, geht ins Netz und bringt die Einspeisevergütung.
Eine Solaranlage lohnt sich heute vor allem über den Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, ersetzt teuren Netzstrom (rund 30 ct/kWh). Was du nicht brauchst, speist du ins Netz ein und bekommst die Einspeisevergütung. Der größte Hebel ist also, möglichst viel des eigenen Stroms selbst zu verbrauchen.
Kurz: Über den Ertrag entscheiden Ausrichtung, Neigung und Verschattung sowie Fläche und Dachzustand. Als Faustwert brauchst du etwa 5–7 m² Dachfläche je Kilowatt-Peak; Süd bringt am meisten, Ost-West passt oft besser zum eigenen Verbrauch.
Drei Dinge entscheiden über den Ertrag:
Kurz: Selbst genutzter Solarstrom ist rund viermal so viel wert wie eingespeister. Ohne Speicher nutzt ein Haushalt typischerweise 25–35 % selbst, mit Batteriespeicher 60–70 %.
Selbst genutzter Solarstrom ist rund viermal so viel wert wie eingespeister. Ohne Speicher nutzt ein Haushalt typischerweise 25–35 % selbst, mit Batteriespeicher 60–70 %. Den Eigenverbrauch erhöhst du, indem du Verbrauch in den Tag legst – z. B. Wärmepumpe, E-Auto, Wasch- und Spülmaschine.
Kurz: Den Zweirichtungszähler tauscht der Messstellenbetreiber. Du meldest die Anlage beim Netzbetreiber an und registrierst sie innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister; abgerechnet wird einmal jährlich.
Mit einer PV-Anlage bekommst du einen Zweirichtungszähler: Er misst getrennt, was du aus dem Netz beziehst und was du einspeist. Den Tausch übernimmt der Messstellenbetreiber. Die Anlage meldest du beim Netzbetreiber an und registrierst sie innerhalb eines Monats im Marktstammdatenregister. Einmal jährlich rechnet der Netzbetreiber die Einspeisung ab.
Kurz: Die Vergütung steht ab Inbetriebnahme 20 Jahre fest und sinkt für Neuanlagen halbjährlich um 1 %. Wer noch bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb geht, behält die heutigen Sätze über die volle Laufzeit.
Die Vergütung ist ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang fest. Für Neuanlagen sinkt sie halbjährlich um 1 %. Die folgenden Sätze gelten für Anlagen, die seit dem 1. August 2026 in Betrieb gehen.
| Anlagengröße | Überschusseinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,70 ct/kWh | 12,22 ct/kWh |
| 10–40 kWp (anteilig) | 6,66 ct/kWh | 10,25 ct/kWh |
Stand 4. August 2026 (Sätze seit 01.08.2026). Angaben ohne Gewähr. Verbindlich sind die Sätze der Bundesnetzagentur.
Kurz: Nullsteuersatz beim Kauf bis 30 kWp, dazu einkommensteuerfreie Einnahmen – für die meisten privaten Dachanlagen ist die Steuer damit kein Hindernis.
Auf Kauf und Installation einer Anlage bis 30 kWp fällt der Nullsteuersatz an (0 % Umsatzsteuer). Zusätzlich sind die Einnahmen bis 30 kWp (Einfamilienhaus) bzw. 15 kWp je Einheit von der Einkommensteuer befreit. Für die meisten privaten Dachanlagen ist die Steuer damit kein Hindernis. Stand 2026 – verbindlich ist dein Finanzamt.
Kurz: Der Speicher hebt Eigenverbrauch und Unabhängigkeit deutlich, kostet aber extra. Auch ohne ihn ist PV in der Regel wirtschaftlich – er ist die Kür, nicht die Pflicht.
Ein Batteriespeicher hebt Eigenverbrauch und Unabhängigkeit deutlich, kostet aber extra. Ob er sich lohnt, hängt von deinem Verbrauchsprofil ab. Auch ohne Speicher ist PV in der Regel wirtschaftlich – der Speicher ist die Kür, nicht die Pflicht.
Sieh in Sekunden, wie viel Strom, Ersparnis und Einspeisung deine Anlage grob bringt.
Zum Photovoltaik-Rechner →Klapp auf, was dich interessiert – oben bleibt alles übersichtlich, hier gehst du in die Tiefe.
Süd bringt den höchsten Gesamtertrag. Ost-West verteilt die Erzeugung auf Morgen und Abend – dann, wenn viele Haushalte Strom brauchen. Für einen hohen Eigenverbrauch ist Ost-West deshalb oft die klügere Wahl, auch wenn die Jahressumme etwas niedriger ausfällt.
Als Orientierung: pro 1.000 kWh Jahresverbrauch etwa 1 kWp, viele Einfamilienhäuser landen bei 6–10 kWp. Ein größeres Dach voll zu belegen lohnt sich meist, weil die Mehrkosten pro Modul sinken und du später (Wärmepumpe, E-Auto) mehr Strom brauchst.
Er misst Bezug und Einspeisung getrennt. Den Austausch des alten Zählers übernimmt dein Messstellenbetreiber, meist im Zuge der Inbetriebnahme. Du musst ihn nicht selbst besorgen.
Ja, zwei Schritte: Anmeldung beim Netzbetreiber (übernimmt oft der Installateur) und Registrierung im Marktstammdatenregister innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Ohne Registrierung kann die Vergütung ausgesetzt werden.
Bei der Überschusseinspeisung verbrauchst du zuerst selbst und speist nur den Rest ein – für die meisten Haushalte am wirtschaftlichsten. Volleinspeisung (alles ins Netz) bringt eine höhere Vergütung pro kWh und lohnt eher, wenn du tagsüber kaum Strom brauchst.
Ab Inbetriebnahme 20 Jahre lang in fester Höhe plus das Inbetriebnahmejahr. Der Satz, der bei Anschluss gilt, bleibt für die ganze Laufzeit erhalten – spätere Absenkungen betreffen nur Neuanlagen.
Eine Standard-Anlage schaltet aus Sicherheitsgründen ab, wenn das Netz ausfällt – du hast dann keinen Solarstrom. Ersatzstrom bei Netzausfall ist nur mit spezieller Notstrom-/Ersatzstromtechnik und meist einem Speicher möglich.
Er erhöht deinen Eigenverbrauch von grob 30 % auf 60–70 % und macht unabhängiger. Ob er sich rechnet, hängt von Preis, Größe und deinem Verbrauch am Abend ab. Rechne beide Varianten im PV-Rechner durch.
Ein Stecker-Solargerät für Balkon, Terrasse oder Garten. Es ist deutlich kleiner, günstiger und über eine vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister nutzbar – ein guter Einstieg, aber kein Ersatz für eine Dachanlage.
Auch das wird gern vergessen: Eine PV-Anlage lässt sich oft in die Wohngebäudeversicherung einschließen oder über eine separate Photovoltaikversicherung absichern (die deckt teils mehr, z. B. Ertragsausfall oder Tierbiss). Wichtige Risiken sind Sturm/Hagel, Überspannung, Diebstahl und Ertragsausfall – nicht alles ist automatisch dabei. Kläre außerdem, ob Schäden durch deine Anlage über deine Haftpflicht abgedeckt sind. Nur zur Orientierung, keine Versicherungsberatung – im Zweifel mit deinem Versicherer klären.
Sehr gut: Die Wärmepumpe kann tagsüber deinen Solarstrom nutzen und senkt so die Heizkosten. Details im Wärmepumpe-Ratgeber.
Ja – weil der größte Hebel der Eigenverbrauch ist. Selbst genutzter Solarstrom ersetzt Netzstrom zu rund 30 ct/kWh, während die Einspeisung 2026 bei etwa 7,8 ct/kWh liegt. Je mehr du selbst verbrauchst, desto schneller rechnet sich die Anlage.
Nein. Ost-West-Dächer funktionieren sehr gut, oft sogar besser für den Eigenverbrauch. Wichtiger als die perfekte Ausrichtung sind wenig Verschattung und genug Fläche.
Für die meisten kleinen Anlagen kaum: Nullsteuersatz beim Kauf bis 30 kWp und Einkommensteuerbefreiung der Einnahmen bis 30 kWp (EFH). Stand 2026 – verbindlich ist das Finanzamt.
Je nach Eigenverbrauch, Anlagengröße und Strompreis grob in etwa 10–15 Jahren – bei hohem Eigenverbrauch schneller. Danach produziert die Anlage viele Jahre nahezu kostenlos Strom.
PV wird bundesweit vor allem über die Einspeisevergütung und die Steuervorteile gefördert; teils gibt es regionale Zuschüsse (Land/Kommune). Ein bundesweiter KfW/BAFA-Zuschuss wie bei der Heizung besteht für die Anlage selbst in der Regel nicht.